Sieht ganz so aus, und, war das sooo schrecklich?" Grinsend blickt Kyoshiro die beiden an.
Kyo nickt nur wortlos und kippt seinen Sake. "Ich verzieh mich." Er steht auf, wissend, dass er eigentlich grade lügt, er fand den Kuss schön, aber er weiß auch, zu was so was zwischen Geschwistern führen kann, insbesondere für die Nachkommen.
Nachdem Kyo gemerkt hat, wie die Leute das Interesse an ihm und Kyoko verloren haben, lößt er sich wieder von ihren Lippen, beinahe mit ein bisschen Bedauern.
"Nein, aber Geschwister würden einander niemals küssen." Kyoshiro seufzt, er vermutet, dass da was wahres dran ist.
Kyo versteht und obwohl ein Kampf auch was wäre, er weiß, dass Sakuya so was gar nicht gerne sieht, also zieht er Kyoko an sich und küsst sie auf die Lippen.
Kyo trinkt einen Sake, er blickt sich immer wieder wachsam um und nimmt die rechte Hand auch nicht von seinem Schwert, weil er den Leuten im Gasthaus nicht wirklich traut. Auch er glaubt noch nicht an Kyoshiros Unschuld und mustert seinen alten Freund immer wieder mit bösen Blicken.
Kyoshiro versucht, die Blicke des Rotäugigen zu ignorieren, während er vergleichsweise entspannt seinen Sake trinkt.
"Oder wir machen gleich Hackfleisch aus ihm." Kyo geht aus dem Haus und in den Garten, wo er aus dem Brunnen einen Eimer Wasser schöpft und sich den erst mal über den Kopf kippt, in der Hoffnung, von dem kalten Wasser etwas wacher zu werden. Mit mäßigem Erfolg. Er knurrt und schubst den Eimer zurück in den Brunnen, dann geht er in die Küche, in der Hoffnung, dass ihm Kyoko erst mal nicht folgt.
Kyo seufzt und schüttelt den Kopf. "Wünschte, ich könnte, sieht aber nicht danach aus. Vielleicht isses nur ein Streich von Kyoshiro, kannst du dich an irgendwas von gestern Abend erinnern?" Er hofft, dass seine Zwillingsschwester das bestätigt, schon allein, weil er den Gedanken, mit ihr geschlafen zu haben, mehr oder minder als widerlich empfindet. Er steht auf und zieht sich seufzend an, dann nimmt er sein Schwert und macht es am Gürtel fest.
Hierhin haben sich Kyo, Kyoshiro, Sakuya und Kyoko in der Hoffnung, dass der Aka no Ou sie nicht findet, zurückgezogen.
Kyo wacht auf, er ist immer noch ziemlich müde, hat ziemliche Kopfschmerzen und kann sich nicht an den gestrigen Tag erinnern. Er setzt sich auf und merkt erst jetzt, dass jemand neben ihm liegt. Sein Blick wandert nach oben zum Gesicht der Person und als er Kyokos Züge erkennt, ist er plötzlich hellwach. Wie zur Hölle...?
Kyo steht auf, er will nicht länger hier mit Kyoko reden, schon allein, weil er den Schein des gnadenlosen Killers wahren will, so weit das geht, wenn jeder wüsste, dass der große Krieger ein Herz hat, wäre es ja nur noch halb so lustig und schon allein deswegen ist es Kyo lieber, dieses Gespräch dort weiter zu führen, wo eben nicht jeder zuhören kann. Er teilt die Ansicht seiner Schwester, dass es weh tut, Muramasa einfach nicht helfen zu können, egal, was man versucht, aber er hat sich damit abgefunden, dass es nun mal so ist und Muramasa langsam in den Tod gehen wird. Er hat aufgehört, nach einer Heilung zu suchen und das erste mal in seinem Leben etwas aufgegeben, dass es ausgerechnet das Leben seines Ziehvaters ist, tut ihm zwar weh, aber wie er es ändern sollte, weiß er auch nicht wirklich. "Es ist auch schrecklich, aber er kann mit dem Tod leben und wir sollten ihn auch akzeptieren. Gegen etwas anzukämpfen, gegen das man machtlos ist, nimmt einem nur irgendwann die Kraft. Du solltest aufgeben, ich habe das schon vor so unglaublich langer Zeit getan. Es ist das, was er von uns möchte, denke ich. Steh auf, wir sollten nach oben gehen." Dass seine Schwester behauptet, keine Waffen zu tragen, hält Kyo für einen Witz und einen ziemlich schlechten dazu, er kennt sie einfach viel zu gut, um ihr zu glauben, dass sie sich so schutzlos geben und sämtliche Waffen ablegen würde, außerdem bietet der Kimono ja bestimmt einige ausgezeichnete Versteckmöglichkeiten für solche Waffen und so lacht er nur laut. "Erzähl das jemanden, der dich nicht von Kindesbeinen an kennt. Du hast mindestens ein Schwert dabei! Und außerdem sieht man, wenn man selbst ein Krieger ist, an deinen Bewegungen, dass du sicher nicht schutzlos bist."
Ein halbes Jahr, eine unglaublich kurze Zeit, und bestimmt nicht genug, um doch noch etwas zu finden, dass Muramasas Leiden beenden könnte, ohne ihn zu töten, das ist Kyo durchaus klar, aber wirklich wahrhaben will er das nicht. Er will seinen Meister nicht einfach tatenlos sterben lassen, er will nicht loslassen und einfach zusehen, wie Muramasa langsam an dieser Krankheit zugrunde geht. Er schüttelt sich, ein gradezu unerträglicher Gedanke, aber er hat ja schon schlimmeres durchgehalten und so wird es ihm auch gelingen, danach weiter zu gehen, auch, wenn es nicht grade einfach werden dürfte. Aber er weiß immerhin, dass Muramasa nicht wollen würde, dass sein Tod ihn oder Kyoko so sehr verletzt, wenn er doch sowieso unabwendbar ist und das macht es für ihn auch wieder leichter, sein Lehrmeister hatte ihn immer darauf vorbereitet und er hatte ja auch gewusst, dass der Schmerz in Körper und Seele irgendwann zu viel für den alten Mann werden würde. "Für ihn ist es wohl das beste, er wird keine Schmerzen mehr haben und endlich Frieden finden. Und immerhin wird er dann seine Schwester wiedersehen." Mayumi, Muramasas kleine Schwester, eigentlich ein empfindliches Thema für Kyo, weil man sie wegen ihm getötet hatte, aber mit Kyoko darüber zu sprechen fällt ihm eigentlich weniger schwer, weil sie eine von zwei Personen ist, die wirklich weiß, dass er noch Gefühle hat und nicht so eiskalt tut. Und es freut ihn, dass sie die Zeit, die man sich nicht gesehen hatte, konstruktiv nutzen und sich weiterbilden konnte, während er eigentlich nicht viel mehr dazu gelernt hatte, dafür war er ja auch früher stärker als seine Zwillingsschwester gewesen. "Hab ich mir schon gedacht, du hast ja jede Gelegenheit genutzt, um stärker zu werden. Wie ich sehe, hats was gebracht." Er lacht leise, meinte das aber keinesfalls spöttisch, denn auch, wenn man es vielleicht nicht an ihrem Körperbau sehen kann, hat Kyo an den Bewegungen seiner Schwester durchaus gesehen, dass sie besser geworden ist und zwar um einiges.
Dass es Muramasa schlecht gehen und er immer noch leiden dürfte, war Kyo vollkommen klar, aber trotzdem senkt er bedrückt den Kopf, er kann sich mit dem Gedanken, nichts gegen diese Krankheit, die seinen Lehrmeister von innen völlig zerfrisst, einfach nicht anfreunden und würde wahrscheinlich sogar sein Leben geben, wenn er dadurch irgendetwas verändern könnte, aber ganz offensichtlich gibt es keine Möglichkeit mehr und diese Hilflosigkeit ist für Kyo eine schlimmere Qual als jede Wunde, die er im Kampf erfahren hat. Er knurrt, weil er merkt, dass ihn einige der Männer in der Kneipe immer noch anstarren und schenkt ihnen einen warnenden Blick, bevor er sich wieder seiner Schwester zuwendet. "Kannst du in etwa einschätzen, wie lange er noch hat, bevor die Krankheit ihm sein letztes bisschen Kraft nimmt und ihn umbringt? Ich würde ihn vorher gerne noch einmal sehen." Für einen Moment schließt Kyo die Augen, es ist ihm egal, ob er jetzt für andere weich wirkt, aber Muramasa war ihm ein Vater und hatte ihm das Kämpfen beigebracht und es wäre für ihn undenkbar, diesen weisen Mann gehen zu lassen, ohne sich zumindest einmal gebührlich zu verabschieden und 'Lebe wohl' zu sagen. Er schüttelt energisch den Kopf und überlegt, wie er das Thema möglichst schnell wechseln kann, er will ungern länger darüber reden, solange er hier unten in der Schankstube sitzt und jeder lauschen könnte. "Wie ist es dir eigentlich in den letzten paar Jahren ergangen?"
Kyo seufzt, er weiß ja, dass seine Zwillingsschwester recht hat, wenn sie sagt, dass seine Leber es ihm sicher nicht danken wird, wenn er weiter so viel trinkt wie jetzt, aber das war ihm eigentlich immer egal, das hatte ihm schon Muramasa immer wieder mit ernst gemeinter Sorge gesagt und er hatte ja recht gehabt, so, wie Kyoko jetzt genauso recht hat, aber er war schon damals der Meinung gewesen, dass er sich sowieso jeder möglichen Gefahr aussetzte und es dann auch keinen Unterschied mehr machen würde, ob er sich betrinken oder den Kopf mit Opium wegknallen würde. Und bis heute hatte sich kein bemerkenswerter Schaden an seinen Organen abgezeichnet, er war eigentlich seit der Zeit in dieser Zelle nie wieder wirklich krank gewesen, nicht einmal eine Erkältung oder ähnliches, geschweige denn so was wie nen massiven Leberschaden, den er eigentlich längst hätte haben müssen. Und so lächelt er nur spöttisch und wuschelt Kyoko durchs Haar, obwohl er genau weiß, dass sie ihm in kaum was bis auf die Anzahl der Morde nachsteht. "Stimmt, was das angeht habe ich niemals auf dich oder den alten Mann gehört und jetzt sieh mich an, ich lebe noch und ich bin so gesund, wie man nur sein kann. Wie gehts Muramasa?" Bei der Frage werden sowohl sein Blick, als auch seine Stimme ernster, er weiß, dass Muramasa schon früher krank gewesen war und dass es wahrscheinlich nur schlimmer geworden ist. Er hofft, dass Kyoko was genaueres weiß und er sich nicht mehr ständig Sorgen um seinen alten Lehrmeister machen muss.
Kyo bleibt erst einmal ruhig in der Ecke sitzen, trinkt seinen Sake und lässt die Augen über die Gesichter der Anwesenden schweifen, viele blicken ihn ängstlich oder beeindruckt an und einige machen ein paar Schritte zurück, aber keiner wagt es, ihm näher zu können, wahrscheinlich sind sie alle beeindruckt und verängstigt durch die Taten, die Kyo nachgesagt werden und auch allesamt von ihm begangen wurden. Aber dann kommt ihm eine Frau näher, mit den selben blutroten Augen wie seinen eigenen. Zuerst geht seine Hand zu seinem Schwert, aber dann entspannt er sich wieder, kein Mibu würde so auf ihn zukommen, dafür war die Angst viel zu groß.... eigentlich gab es nur eine einzige, die sich so nah an ihn heran getraut hatte und das war Kiyoko gewesen, das Mädchen, das sich mit ihm eine Zelle geteilt hatte und sich letztendlich als seine Zwillingsschwester herausgestellt hatte. Ein Lächeln stiehlt sich auf seine Lippen. "Sieht man das nicht? Ich genieße den Abend eines langen Tages und trinke ein bisschen was."
Thema von Onime no Kyo im Forum Ein kleinerer Marktpla...
Kyo sitzt in einer dunklen Ecke, die Opiumpfeife im Mund und die Augen halb geschlossen, er ist müde vom langen Weg nach Edo, aber es ist noch zu früh, um schlafen zu gehen und er hofft, hier noch was zu erleben, bevor er sich zurückzieht. Er wird nach wie vor steckbrieflich gesucht, aber das alles kümmert ihn doch herzlich wenig, im Gegenteil, es macht ihm sogar Spaß, wenn immer wieder andere versuchen, ihn zu töten und das Kopfgeld von mehreren hundert tausend Ryo zu kassieren, bisher hat es jedoch noch keiner geschafft, genau das zu erreichen.
Sofort versucht Kyo, sich mit aller Kraft gegen den Blonden zu wehren, viel ist das nicht mehr, er ist geschwächt und seine Schläge und Tritte sind kraftlos, trotzdem hofft er darauf, irgendwas zu bewirken und sich von dem Fremden losreißen zu können, lieber verreckt er, als sich von so einem helfen zu lassen.
Kyo nickt und reibt sich die blutigen, immer noch entzündeten Handgelenke, er versucht, sich aufzurappeln, aber seine Beine geben nach und er hat ehrlich gesagt wenig Lust, hier unten zu verrecken, um Hilfe bitten will er allerdings eigentlich auch nicht. "Wer bist du?"
Kyo blickt auf, als er die Schritte hört, diesen Rhythmus, die Füße aufzusetzen, kennt er von niemandem und deswegen hat er hoffnung, auch, wenn seine Entzündung ihm immer noch Probleme bereitet und er seit Tagen gar nichts mehr gegessen hat. Man sieht es ihm auch an, er ist nur noch Haut und Knochen und an seinem Brustkorb sieht man die Rippen unter der Haut weiß schimmern.